Winterdämmerung Almenfrühlingstrilogie Teil I

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Wanderung am 20.4.2015

Der Winter ist noch da. Und zwar auf der Häuslalm.

Am Morgen startete ich recht früh für meine Verhältnisse bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen zur Häuslalm. Beim Verlassen des Parkplatzes grüßt mich die Sonne scheinbar zum Abschied. Denn sobald ich den dichten Fichtenwald betrete, wird es kälter und man vergisst jeden Gedanken an den nahenden Sommer, denn hier regiert die Farbe grau und die Temperatur sinkt mit jedem Höhenmeter. Die Fichten halten den Wind in Zaum, der über den Wipfeln dahinbraust, doch der Sturm übertönt trotzdem das Ächzen der Muskeln, die durch den raschen Aufstieg warm werden sollen. Sobald der schützende Wald hinter mir liegt, empfängt mich die klirrende Kälte. In den Rinnen halten sich hartnäckig Schneefelder, die durch den Wind an der Oberfläche zu Eis gefroren sind. Der Aufstieg ist nur mehr da möglich, wo schon bei wärmeren Wetter Tourenschigeher Spuren hinterlassen haben. Je höher man steigt, umso stärker und kälter wird der Wind und hinterlässt ein eindeutiges Statement: Winter is not coming. Winter is here. Und er ist kalt. Nach dem Aufstieg in Rekordtempo, da man bei den Temperaturen freiwillig auf Pausen verzichtet, erwartet mich noch eine Premiere: zum ersten Mal alleine auf der Häuslalm. Keine einzige Menschenseele ist mir auf dem ganzen Auf- und Abstieg begegnet und die Alm ist Ende April an einem Wochentag noch nicht bewirtschaftet. Die Almhütte ragt zwischen den meterhohen Schneewänden einsam hervor. Es scheint geradezu, als ob der Schnee einen Meter Sicherheitsabstand hält, bevor er sich dann haushoch auftürmt. Den Gedanken, gleich weiter zum Sackwiesensee zu wandern verwerfe ich nach einem Blick in dessen Richtung gleich wieder. Dort unten spielt der Winter sein letztes Heimspiel für heuer und schmeißt die verkrüppelten Bäumchen im Schneesturm hin und her. Die Schneekristalle flitzen über die zugefrorene Schneeoberfläche in der Senke. Es scheint wie eine Machtdemonstration, ein Aufbäumen und Zurschaustellung der Kraft der Kälte. Der Sommer ist noch weit. Zumindest hier. Schon beim Hinsehen sinkt die Körpertemperatur um mindestens fünf Grad. Deshalb drehe ich um und mache mich so schnell wie möglich auf den Weg ins Tal. Zurück in den Sonnenschein. Und zu noch einer Neuheit: ich bin zum ersten Mal wieder vor Mittag herunter vom Berg. Vertrieben vom Winter.

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